Angst – ist der Titel einer Gemäldeserie von Emilio Chapela. Der Künstler geht für diese nach einem einheitlichen Prinzip vor. Nur die erste Linie wird mit einem Lineal gezogen, danach arbeitet er frei Hand und in Anlehnung an seine Atmung. Er atmet ein, beginnt mit dem Zeichnen der Zeile und beendet diese innerhalb von ein bis zwei Atemzügen. Auf diese Weise gelangt der Künstler in eine Art „meditativen rhythmischen Modus“, wie er es selbst beschreibt. Er verbindet in dieser Methode abstrakt-geometrische Bildsprache mit individueller Emotion, denn sein jeweiliger Zustand wird im Entstehungsprozess der Arbeit dokumentiert. Die Angst-Serie geht zurück auf einen Traum des Künstlers, in dem er einen bunt gefärbten Wasserfall herunterfiel und dabei filmte. Die Farben im Traum stammten von kontaminiertem Wasser. Mit Blick auf den Wassermangel in vielen Regionen seines Heimatlandes Mexiko erlangt die Vorstellung besondere Aktualität.
