Zerreißprobe. Kunst zwischen Politik und Gesellschaft – Zentrale Werke der Mercedes-Benz Art Collection gehen als Dauerleihgabe an die Neue Nationalgalerie Berlin


Die Neue Nationalgalerie geht eine langfristige Kooperation mit der Mercedes-Benz Art Collection ein. 30 hochkarätige Werke der Unternehmenssammlung werden dauerhaft in Berlin zu sehen sein. Die zunächst auf zehn Jahre angelegte Dauerleihgabe beinhaltet bedeutende künstlerische Positionen des 20. Jahrhunderts, die bisher in der Sammlung der Nationalgalerie fehlten.
Fünf erste Werke von Max Bill, Adolf Fleischmann, Camille Graeser, Helga Philipp und Ulrike Rosenbach sind in der aktuellen Sammlungspräsentation zu sehen.
Die Sammlungspräsentation wird mit der großformatigen Schwarzweißfotografie „Art is a Criminal Action“ (1972/96) von Ulrike Rosenbach um eine starke feministische Position erweitert. Der Aspekt des kämpferischen Angriffs und der demonstrativen Demontage tradierter Bilder und Rollenklischees in Rosenbachs Arbeit von zentraler Bedeutung.
Mit Camille Graeser und Max Bill werden zwei zentrale Vertreter*innen der Zürcher Schule der Konkreten aufgenommen, die bisher in der Sammlung der Nationalgalerie fehlten. Sowohl Graesers „harmonikale konstruktion“ (1947/51) als auch Bills „Rote Quadrate“ (1946) sind ikonische Gemälde, denen eine strenge Aufrasterung der Bildfläche nach mathematischen Prinzipien zugrunde liegt.
Adolf Fleischmanns „Triptychon #505, #506, #507“ (1961) gilt als eines der Hauptwerke des Künstlers. In Auseinandersetzung mit Mondrians Gestaltungsprinzipien und musikalischen Kompositionen zeigt das Gemälde ein rhythmisches Gefüge aus vertikalen Stäben, die sich zu einer farbigen Klangfülle verdichten. Die Aufnahme eines „Kinetischen Objekts“ (1971) von Helga Philipp entspricht einem der Sammlungsschwerpunkte der Neuen Nationalgalerie, weibliche Positionen, die bisher unterrepräsentiert sind, zu stärken. Das Objekt besteht aus miteinander verbundenen, hintereinander gestaffelten Plexiglasscheiben, die von einer Metallplatte gespiegelt werden und so optische Reize produzieren. (Text Neue Nationalgalerie Berlin Homepage)