Das Werk Harare ist Teil der Fotoserie Museum of the Revolution, die Guy Tillim in den afrikanischen Metropolen Johannesburg, Durban, Maputo, Beira, Harare, Nairobi, Kigali, Kampala, Addis Abeba, Luanda, Libreville, Accra, Dakar, Dar es Salaam aufgenommen hat. Darin zeigt der Künstler im Jahr 2016 ein Afrika mit Hoffnung auf wachsenden Wohlstand, ökonomische Entwicklung, verbesserte Infrastrukturen und steigende Bildungschancen. Tillim entwirft ein Gegenbild zu den damals vorherrschenden internationalen Pressestimmen, die sich mehrheitlich auf die negativen Schlagzeilen aus Afrika konzentrierten und in dieser einseitigen Berichterstattung lang andauernde Rassismen fortschrieben.
Seit seinen Anfängen in den 1980er-Jahren nutzt Guy Tillim die Fotografie als Medium, das die Brüche und Widersprüche Südafrikas als postkoloniale Gesellschaft aufzeigt. Der Künstler entwickelt, trotz genauer Orts- und Situationsangaben, keine journalistisch verwertbaren fotografischen Befunde, sondern zieht uns hinein in den Kreislauf von Deutungen und Standpunkten, Sichtweisen und Interpretationen. Er fordert zum genauen und wiederholten Hinsehen auf.









