Seit über fünf Jahrzehnten experimentiert Imi Knoebel mit den Möglichkeiten der abstrakt-geometrischen Komposition. Charakteristisch sind dabei Klarheit und Strenge der Formgebung sowie Ausgewogenheit der Farben. Eine Brücke zum Porträt schlägt Knoebel in der Grace Kelly-Serie (1989 bis 1995). Die Kompositionen erinnern an eine streng schematisierte Darstellung des menschlichen Antlitzes und verdeutlichen, dass die Aura zeitloser Eleganz lange über den Tod der Stilikone Grace Kelly im September 1982 hinauswirkt. Das Grundraster besteht aus einem Mittelfeld, das von gleich breiten Balken gerahmt ist, wobei der untere eingespannt ist und sich so die Vorstellung von Mund, Stirn und Seitenpartien andeutet.
Imi Knoebel gilt als einer der radikalsten Vertreter der gegenstandslosen Kunst. Seit seinem Studium und angeregt durch den russischen Konstruktivismus stellt er Fragen an das Verhältnis zwischen Bild und Raum.







