Max Bill – Architekt, Designer, Maler, Plastiker, Publizist und Dozent – definierte: “konkrete kunst ist in ihrer letzten Konsequenz der reine ausdruck von harmonischem maß und gesetz”. Die mathematische Entdeckung des Möbius-Bandes, dessen Ober- und Unterseite endlos in sich selbst verbunden sind, hat Max Bill über Jahrzehnte als Bildhauer interessiert. Bills Auseinandersetzung mit der Endlosen Säule Constantin Brancusis (1918/38) führte bereits 1935 zur plastischen Idee einer Endlosen Schleife. Bill gelingt hier mit Eleganz und Leichtigkeit die Formalisierung einer mathematischen Idee, welche die Schwere des weißen Granits vergessen macht. So hat Bill dem Thema der Unendlichkeit eine Form gegeben, die dennoch begrenzt ist. “Kunst braucht Gefühl und Denken (…) Das Denken ermöglicht es, Gefühlswerte in einer Weise zu ordnen, dass daraus Kunstwerke entstehen. Das Ur-Element jedes Bildwerks ist die Geometrie, die Beziehung der Lagen auf der Fläche oder im Raum. Und so, wie die Mathematik eines der wesentlichen Mittel zu primärem Denken und damit zum Erkennen der Umwelt ist, so ist sie auch in den Grundelementen eine Wissenschaft der Verhältnisse, des Verhaltens von Ding zu Ding, von Gruppe zu Gruppe, von Bewegung zu Bewegung, und weil sie diese grundlegenden Dinge in sich schließt und sie sinnvoll in Beziehung setzt, ist es naheliegend, dass solche Ereignisse auch dargestellt, dass sie Bild werden.” (M.B. 1949, zit. n. Kat. M.B., Locarno 1991, S. 104).









