In dem Gemälde Ruhe und Bewegung setzt Willi Baumeister das im Titel angedeutete Bildthema als Spiel abstrakter Formen um. „Ruhe“ wird durch die strenge Geometrie der Formen sowie durch ihre überwiegend vertikale Reihung im Bild erzeugt. Zugleich scheinen sich die Elemente wie Schattenbilder auf dem lichtblauen Grund zu bewegen. Die schwebende Wirkung wird durch die malerische Illusion verschiedener Raumebenen erzeugt.
Bei dem Gemälde handelt es sich um das erste Werk, das für die Mercedes-Benz Art Collection erworben wurde. Die Anfänge der Sammlung widmeten sich der frühen Moderne im süddeutschen Raum, u.a. Lehrenden und Studierenden der Stuttgarter Akademie wie Adolf Hölzel, Oskar Schlemmer, Ida Kerkovius und Willi Baumeister.
Der Maler, Grafiker, Bühnenbildner und Autor Willi Baumeister zählt zu den wichtigsten Vertretern der Klassischen Moderne der 1920er- bis 1930er-Jahre in Deutschland. 1933 wird er aus dem Lehramt entlassen und bis 1945 als „entarteter“ Künstler verfemt. Mit seinem informellen Malstil der 1950er-Jahre prägte Baumeister auch die Nachkriegsavantgarde.














